Regionale Presse

BSS-Ferienspiele!                                                                            

 

Anfrage: Würdet ihr euch wieder an den Ferienspielen beteiligen?

Antwort: Lieber Reiner A., das kann ich dir jetzt nicht sagen, las mich dies auf unserer nächsten Sitzung besprechen!

 

Letztendlich konnten wir aufgrund des Themas Weniger Plastik ist Meer - Aktiv der Vermüllung entgegensteuern -  Aktionen gegen Plastikmüll“ nicht nein sagen, trotz Schwierigkeiten genügend Begleitpersonen unter der Woche für eine derartige Aktion zu bekommen. Zudem haben Naturschützer/innen unendlich viele andere Betätigungsfelder und sind nicht dafür da, den Müll anderer einzusammeln! Mit Heranwachsenden Müll einsammeln und die damit verbundenen Eindrücke machen jedoch aus vielerlei Gründen sehr viel Sinn. 

 

Jedes Jahr der Aufruf „Sauberhaftes Hessen“, an dem sich neben städtisch Bediensteten oft Feuerwehren, Vereine, Privatpersonen und Naturschutzorganisationen beteiligen. Zudem sammeln Landwirte (Weiden und Mähwiesen am Straßenrand), Spaziergänger, Umwelt- und Naturschützer/innen, Bedienstete der kommunalen Bauhöfe und Straßenverwaltungen mehr oder weniger das ganze Jahr den Müll anderer ein! Was wäre wenn dem nicht so wäre? Wir hätten eine noch stärker belastete Natur und ein von Müll geprägtes Landschaftsbild, wodurch der ein oder andere Müllsünder vielleicht sein unrühmliches Verhalten ändern würde!? Trotz Müllbeseitigungsaktionen gelangt trotzdem noch ein Teil des Mülls über Wasserläufe und Verwehungen ins Meer. Über das Kanalnetz kommt unanständig entsorgter Müll in Kläranlagen. Zudem beliefern und belasten wir ferne Länder mit unserem exportierten Müll. Aus Plastik lösen sich Weichmacher und Bisphenol A (BPA), das sich u.a. im Blut des Menschen wieder findet.

 

Sind die vielen kleinen Müllsünder mit einer ordnungsgemäßen Entsorgung überfordert, oder ist es Gleichgültigkeit gepaart mit Verantwortungslosigkeit? Müll im Kanalsystem verursacht hin und wieder Schäden an Klärwerksgeräten, oder führen zu Verstopfungen im Kanal die wiederrum Ursache für Wasserschäden in Gebäuden sein können und bereits auch waren. Achtlos und illegal weggeworfener Müll verursacht immer Schäden und Kosten, belastet die Natur und letztendlich die Lebensgrundlage eines jeden Erdenbürgers. Pfandflaschen und Grüner Punkt–Müll in der Natur erweitern das Themenfeld um das WARUM!

 

Die Aussage „Was macht das Bisschen schon, schaut doch mal dahin, was da ab geht!“ ist kein Argument zur Rechtfertigung von eigenem Fehlverhalten. Beleg hierfür ist das milliardenfache „Mein Bisschen“, dass in der Summe mit verantwortlich dafür ist, dass unsere Natur und das Klima am Wanken ist.

 

Reiner Ziegler

NABU-OG Mernes 1927 / Jossatal

 

 

Termine:

01.08.19, Teilnahme an den städtischen Ferienspiele (Müll sammeln, Insektenhotel anfertigen)

 

13.08.19, 20 Uhr, Infoabend im NABU-Mobil

 

9:30 Uhr, jeden Donnerstag Naturschutzaktivitäten, Treff am NABU-Gelände (außer an Feiertagen)

 

 

Hinweise:

  • Obstbaumschnitt im August gilt als Wuchsbremse.
  • Letztes mähen und abfahren des Mähgutes im August, ist von Vorteil für Magerrasenwiesen, für das Überwintern von Schmetterlingsnachkommen (Eier, Raupen) und andere.
  • Nisthöhlen reinigen.
  • Vorsicht beim Heckenschneiden, im August brüten und füttern oftmals noch Heckenbrüter.

 

Unser Leben mit und in Plastik!?

 

Jeder nutzt alltäglich Plastik und wir wissen, dass Plastik für Mensch und Natur schädlich ist. Neben biologisch nicht abbaubaren Stoffen sind auch Gifte in Plastikprodukten, z.B.  Weichmacher. Diese werden an die Umwelt, an Tiere und an uns abgegeben. Der Globus leidet u.a. an der Plastikvermüllung und –vergiftung, die uns auch über die Nahrung erreicht.

Fische, Schildkröten, Wale und Vögel sind diesbezüglich besonders gefährdet. Über Jahre hinweg wurden in 93 % bis 97 % der tot aufgefunden „Nordsee“-Eissturmvögeln Plastikstücke in den Mägen gefunden. In verendeten Walen wird oft kiloweise Plastikmüll gefunden. Analysen bestätigen uns Menschen Plastikrückstände im Blut. Hierzu passt der Spruch „Früher war der Fisch in Plastik, heute ist Plastik im Fisch Plastik“.

Plastikmüll in Gewässern und auf Land ist u.a. ein sichtbares, erschreckendes und beispielhaftes Zeichen für einen verfehlten und gedankenlosen Umgang mit Müll, sowie mit Rohstoffen.

Verpackungen aus dem gelben Sack landen nicht nur an unseren Straßenrändern, auf Wiesen, Äckern, Wäldern und in Gewässern. Auf mysteriöser Art und Weise landet von uns Müll u.a. auf wilden Müllhalden in Malaysia. In Ringströmungen der Ozeane treiben immer größer werdende Plastikmüllteppiche. Im nördlichen pazifischen Ozean ist dieser ca. 10x so groß wie die Fläche von Deutschland. Plastikflaschen haben nach dem Wegwurf am falschen Ort (außerhalb einer gut geregelten Müllentsorgung) noch mehrere hundert Jahre „Lebenszeit“, sei denn diese werden verbrennt und dies oft unter unkontrollierten Bedingungen = zu niedrige Verbrennungstemperatur = Abgasgifte = Dioxin. Im Schnitt braucht jeder Einwohner Deutschlands im Jahr 71 Plastiktüten. Für die entsprechende Größe einer Plastiktüte werden 8 Löffel Erdöl verbraucht. Derartige Bilanzen lassen sich bis ins unendliche fortführen und passen zu dem Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“.

 

Was kann man als Einzelner tun, um die Ex-und Hopp-Kultur in eine bessere, zukunftsträchtigere Kultur zu verwandeln?

Wir können auf Plastiktüten, Coffee-to-go-Wegwerfbecher und anderes verzichten. Stoffbeutel, Körbe, Papiertüten sind Alternativen zu Plastiktaschen. Statt Plastikspielzeug gibt es Alternativen, z.B. Holzspielzeug, statt Einwegverpackungen (Plastikschalen) wären oft universal einsetzbare Mehrwegverpackungen möglich. Unter ökologischen Bedingungen erzeugte Naturtextilien sind Polyester-, Elasthan- und  Nylontextilien vorzuziehen. Zahnpasta und Kosmetika mit Mikroplastik, muss das sein? Joghurt, Milch und Getränke gibt es anstatt in PET-Flaschen auch in Mehrwegbehältnissen.

 

Wo und wieviel abgepackte Ware kann ein Jeder vermeiden?

Nach dem derzeitigen Stand, kann man Verpackungsmüll nur sehr begrenzt vermeiden. Am meisten könnte über gesetzliche Regelungen vermieden werden. Jedoch sind an dem Verpackungswahn auch Verbraucher und die Transporteure mit schuld, indem Ware unsachgemäß behandelt wird. Dies hat eine möglichst sichere und somit aufwändige Verpackung zu folge, um Beschädigungen und Reklamationen am Produkt mit größeren Folgekosten zu vermeiden.  

 

Jede Vermeidung von Abfällen und Produktschäden schont Ressourcen, bedeutet eine geringere Belastung der strapazierten Natur und erhält uns und unseren Nachkommen eine gesündere Lebensgrundlage.

Nur eine gesunde Natur kann uns gute Luft, sauberes Wasser, fruchtbare Böden und gute Nahrung liefern.

 

März 2019

Wintervögel 2019

 

Die letzten Jahre werden wir oft bzgl. Vögel an der Winterfütterung angesprochen.

 

Unser NABU-Dachverband  rief zum neunten Mal zum Mitmachen bei der Aktion „Stunde der Wintervögel“ auf. Die Zwischenbilanz offenbart schlechte Nachrichten zur Amsel. Insgesamt zeigten sich jedoch die Wintervogelbestände, entgegen den Meldungen aus unserem Umfeld, deutschlandweit recht stabil.

 

In Hessen haben dem Zwischenstand zur Folge ca. 5.500 Teilnehmer über 140.000 Vögel gemeldet. Bundesweit wurden bisher 2,5 Millionen Vögel beobachtet. Die Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr wurde offenbar erneut übertroffen. „Wir freuen uns über die hohen Teilnehmerzahlen und das große Interesse an der heimischen Vogelwelt“, so unser NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. „So werden unsere Ergebnisse noch aussagekräftiger. Den Vögeln hilft es, wenn immer mehr Menschen ihren Garten als Mini-Naturschutzgebiet begreifen und ihn entsprechend vogelfreundlich gestalten.“

 

Wenn Vogelfreunde in diesem Jahr weniger am heimischen Futterhäuschen zu zählen hatten, dann lag das vor allem am Wetter. Der bisher europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten zu uns kommen und dass viele Vögel aufgrund des „Fruchtjahres 2018“ außerhalb der Gärten genug zu fressen finden. Die Zahlen für die typischen Futterhausbesucher Kohlmeise, Blaumeise, Eichelhäher, Buntspecht, Gimpel, Sumpf-, Tannen und Haubenmeise sind wohl aus diesen Gründen niedriger als im bisherigen Schnitt. Am häufigsten gesichtet wurde wie im Vorjahr der Haussperling vor Kohlmeise und Blaumeise. Amsel und Feldsperling haben in 2019 ihre Plätze getauscht. Das deutet schlechte Nachrichten zur Amsel an: Mit landesweit nur 2,18 Amseln pro Garten war dies mit Abstand das schlechtestes Ergebnis, ein Rückgang von 28 Prozent. Sicher konnten im sehr trockenen Sommer 2018 weniger Jungvögel überleben, da sie auf Regenwürmer angewiesen sind, die sie nur bei feuchtem Boden in ausreichender Menge finden. Zudem gebe es weniger Zuzieher aus Nord- und Osteuropa. „Aber auch die Usutu-Epidemie, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist, dürfte ein wichtiger Grund sein“. Auffällig ist in diesem Jahr auch die große Zahl an nordischen Schwarmvögeln, die alle paar Jahre in größerer Menge auch in Hessen einfliegen. Es wurden viele Wacholderdrosseln, Erlen- und Birkenzeisige beobachtet, so die Ausführungen von Gerhard Eppler.

 

Bis zum 15. Januar konnten noch Zählergebnisse nachgemeldet werden, auch die Eingabe von Meldungen, die per Post eingingen standen noch aus. Zudem fand bis zum 11. Januar noch die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Die Endergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ werden für Ende Januar erwartet.

 

Die Ergebnisse mögen einige von uns zufrieden stellen, jedoch zeigt das Beispiel der Amsel eine gewisse Labilität in Vogel- und auch anderen Populationen. Wenn kranke Vögel an schlecht gereinigten Futterstellen über ihren Kot andere Besucher anstecken, dann können regionale Bestände einbrechen, weshalb wir grundsätzlich Futtersilos empfehlen, an denen die Vögel das Futter lediglich wegpicken und nicht darin herumhüfen oder scharren können.

 

Nicht nur zu dem zuvor Geschriebenen, auch zum Naturschutz insgesamt passt ein Zitat von Albert Einstein:

 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

 

Anstehende Termine:

Mittwoch, den 13. Februar, 19 Uhr, Infoabend in Gaststätte Krone, Burgjoß

Samstag, den 23. Februar, 13 Uhr, Wacholderheide-Pflege auf dem Stacken

Vögel fliehen vor Ballerei

 

Ahnungslos sitzen die Vögel am 31. Dezember um null Uhr jeden Jahres an ihren Schlafplätzen und versuchen ihre kostbare Energie in der kalten Jahreszeit zu sparen.

 

Plötzlich geht es los! Eine gefühlte Ewigkeit schießen abertausende von Raketen in die Lüfte und explodieren mit einem lauten Knall. Der Vogelpuls schnellt hoch, vor Schreck fliegen viele auf und suchen nach einer anderen, vermeintlich besseren Schlafstätte, um dem Raketen- und Böllerszenario zu entkommen. Dabei fliegen sie oft in Höhen von über 1000 m. Dicht besiedelte Gebiete werden aufgrund Feuerwerksaktivität z.T. komplett verlassen, um Ruhe zu finden. Durch den Aufstieg in große Höhen und Irrflug verlieren sie unnötig Energie, die sie im Winter dringend zum Überleben bräuchten. Ihre Energiereserven werden stark vermindert, die im Extremfall zum Überleben fehlen. Auch verlieren Vögel in der nächtlichen Panik oft die Orientierung und fliegen gegen Wände, Scheiben, Autos, oder andere Hindernisse. Es kann Tage und Wochen dauern, bis sich Tiere vom Silvesterschock erholen. Besonders im Umfeld von Gewässern, Schutzgebieten und an Massenschlafplätzen sollte auf die Silvesterknallerei gänzlich verzichtet werden.

 

Besser noch: Natur- und Tierfreunde veranstalten überhaupt kein Feuerwerk!

 

Das schont Natur und Geldbeutel, vermeidet Feuer- und Verletzungsgefahr, Müll und Luftverschmutzung.

 

Frohe Weihnachten und Ein gesundes Neues Jahr wünscht Euch

die NABU-Gruppe Mernes 1927 / Jossatal

 

Artenvielfalt - so wichtig!

 

Schon mehrfach wurde das Thema Insekten, bzw. Insektensterben in den letzten Monaten per Dorfschelle angesprochen. Da das Drama weitergeht und offensichtlich keine Besserung in Sicht ist, möchte ich auch nicht vom Thema lassen.

 

Damit jeder weiß, von was die Rede ist: Es geht um die Artenvielfalt bzw. um das Wegbrechen immer neuer „Teile“ der sogenannten Schöpfung. Wie wir alle wissen, wurde unsere „germanische Waldwildnis“ nur durch die Tätigkeit von Bauern, die immer neue Flächen urbar machten, geschaffen. Eine stetig wachsende Bevölkerung verlangte das Zurückdrängen des Waldes, um alles das anzubauen, was der damalige Markt hergab.

 

Dazu gehörten vor allem neue Getreidearten, Leguminosen, Obst. Ertragreiche, vorher im Land unbekannte Nahrungsmittel kamen durch die Menschen- und Handelsströme zu den Bauern. Nicht nur neue Haustiere wie Hühner, Tauben, Kaninchen, Esel kamen ins Land, die Landschaft war mittlerweile durch Rodung, Entwässerung und den Pflug geöffnet für ein ganzes Heer von Neubesiedlern aus dem Pflanzen-und Tierreich. Arten aus den östlichen Steppengebieten, ebenso wie mediterrane Schmetterlinge, Insekten aller Arten, bis hin zu afrikanischen Wanderheuschrecken. Die Menschen nutzen vieles davon zum Vorteil.

 

Ganz nebenbei entstand so über die Zeit eine immer attraktivere Landschaft voller Leben. Aus Mangel an geeigneter Technik, blieben dabei die Bodenverhältnisse weitgehend unverändert. Durch die Jahrhunderte andauernde Erfahrung der Bauern, wussten diese die unterschiedliche Beschaffenheit der Böden durch geschickte oft kleinflächige Nutzung mit den verschiedensten Erzeugnissen zu bestellen.

 

Mit dem Entstehen von Städten, die aus der Umgebung versorgt werden mussten und einer durch gewinnbringenden Handel und nach und nach auch besserer medizinischen Versorgung, ansteigender Bevölkerung, kam es erstmals auch zu ausgelaugten Böden und in deren Gefolge auch zu Hungersnöten.

 

Als Justus von Liebig Mitte des 19.ten Jahrhunderts den Kunstdünger erfand, war das quasi der Aufbruch in die Zeiten der modernen, später der industriellen Landbewirtschaftung. Es war allerdings auch einer der ersten Sargnägel der Artenvielfalt. Einer immer schneller anwachsenden Bevölkerung konnte die Landwirtschaft ab Beginn des 20.ten Jahrhunderts mit immer neuen, immer leistungsstärkeren Maschinen, die auch in der Lage waren ehemals nicht ökonomisch nutzbare Flächen, wie Moore, Auengebiete und viele andere Sonderstandorte mehr, so zu bearbeiten oder umzuformen, das dort die immer größer und immer spezialisierteren  Maschinen eingesetzt werden konnten. Ökonomie prallte auf Ökologie. Unter anderem in Form von Flurbereinigungen.

 

Lieferte die chemische Industrie zunächst nur die mineralischen Dünger, folgten sehr bald aus deren Labors ein ständig steigende Zahl von zunächst Pflanzenbehandlungsmittel, dann Pflanzenschutzmittel, heute global  Pestizide genannte Stoffe. (Nicht wenige davon wurden zu Zeiten des 1.Weltkriegs zunächst als Kampfstoffe geplant).

 

Unter dem Einfluss der Petrochemie, die aus Erdöl alle möglichen Kunststoffe, und natürlich auch unsere, für die Mobilität benötigten Treibstoffe produziert, wurde die vormals liebliche Landschaft immer uniformer. Will sagen, verschwunden sind Gräben und Hecken, Feuchtwiesen und Moore. Trockenrasen und Orchideen reiche Driften haben teilweise nur deshalb überlebt, weil sie mit Maschinen schlecht erreichbar sind. Und mit den schwindenden Lebensräumen, verschwinden auch die daran angepassten Arten, Tiere und Pflanzen.

 

Gewandelt haben sich aber auch die „Ess“-Gewohnheiten des modernen Menschen. Gab es Anfang des vorigen Jahrhunderts ca. einmal pro Woche eine Fleischmahlzeit, stehen uns heute Tag und Nacht an jedem Imbiss jegliche Fleischnahrung zur Verfügung. Auch auf dem familiären Speiseplan findet sich alle Tag was uns die Werbung als besondere „Lebenskraft“ verspricht. Die Folge davon sind jährlich 30 Millionen Tonnen Gülle. Dreimal dürfen Sie raten, wo die wohl untergebracht werden. Hier allerdings reagieren Landwirte nur auf eine Nachfrage und die stammt von uns Bürgern.

 

Trotzdem, wenn man bedenkt, dass 40% der durchschnittlichen Einkünfte von landwirtschaftlichen Betrieben aus Subventionen bestehen -Steuergeld- und auf der anderen Seite Artenrückgang, Nitrat-und Pflanzenschutzmittel im Grundwasser, kommt man unweigerlich auf den Gedanken, dass da etwas sukzessive aus dem Ruder gelaufen ist, dass bereits nachhaltig zur Verschlechterung der Lebensgrundlage für Mensch, Tier und die Artenvielfalt insgesamt führte.

Umwelt und Natur

 

Frühjahr und Frühsommer , eine sehr interessante und spannende Zeit, auch für Naturschützer, um z.B. Antworten auf folgende Fragen zu finden:

 

- Wie haben unsere Erdenmitbewohner den Winter überstanden?

- Gab es unter den daheim Gebliebenen spürbare Verluste?

- Was kommt aus den wärmeren Gefilden als Sommergast zurück?

- Gibt es Neues zu entdecken?

 

Zur Spannung und Sorge tragen u.a. die spürbaren Wetterveränderungen und deren Folgen bei! Kam es im letzten Winter zudem zu außergewöhnlich vielen Meldungen bzgl. schlecht besuchter Vogel-Winterfütterungen, die die Spannung auf das bevorstehende Frühjahr erhöhten!

 

Hierzu gibt es u.a. folgendes zu berichten:

 

Die Frostperiode hat zumindest im Jossatal offenbar zu Verlusten unter den nicht ziehenden Eisvogelmännchen hinterlassen. Durch die vorherigen, milden Winter gut durchgekommen und hiernach verhältnismäßig oft zu beobachten, kam es in diesem Jahr erst am 29.06. zur ersten und am 20.07. zu einer weiteren Eisvogelbeobachtung.

 

Die vom letzten Jahr bis in den Juli 2017 hinein nicht überwundene Trockenheit wurde durch die Niederschläge in den letzten Wochen nur teilweise überwunden, in dem z.B. etwas Wasser in Gräben fließt, die den Winter durch trocken lagen. Bibertümpel die z.T. bereits Anfangs Juli trocken lagen sind seit Anfang August wieder mit Wasser gefüllt, jedoch kommt das Wasser zur Reproduktion von Amphibien zu spät, da deren Laichzeit vorbei ist. Vieler Orts kam es diesbezüglich zu Totalausfällen.

 

Meisen und andere haben größtenteils Ende Juni eine zweite Brut zum Ausfliegen gebracht, andere bis Anfang Juli gar eine dritte Brut.

 

Ein weiterer Bruchteil unter vielen Beobachtungen waren :

Trauerschnäpper , Schwarz- und Rotmilan, Neuntöter, Schwarzstorch, Plattbauchlibellen, Becherazurjungfer, Frühe Adonisliebelle, Haus- und Gartenrotschwanz, vermehrtes Auftreten Gerippter Brachkäfer, Dompfaff, Zauneidechse, Ringelnatter, Taubenschwänzchen, Kaisermantel und ein Marderhund. Am 08.08.2017 beobachtete und verhörte Leo Klübenspies für unsere Region eine absolute Besonderheit, eine Rohrdommel im Überflug.

 

Wendehals, Kuckuck, Waldkauz und Sumpfrohrsänger wurden gehört, die unter Anderen vor Jahren wesentlich öfters zu hören waren und leider immer mehr zu  Besonderheiten abdriften.

 

Eine abgemagerter, apathischer Biber wurde angetroffen und ein totgefahrener Biber gefunden.

 

Fünf „mittelgroße“ Mühlkoppen wurden in Burgjoß aus der Jossa gefangen und wieder zurückgesetzt.

 

Liebe Leser,

die vorgenannten Beobachtungen sind ein kleiner Beleg dafür, dass bei uns noch einiges in der Natur anzutreffen ist. Langfristige Beobachtungen einiger Personen belegen allerdings, dass sich bereits einiges lautlos und von den Meisten unbemerkt verabschiedet hat. Umso mehr appellieren wir an Jeden dem Naturschutz mehr Beachtung und Anerkennung zu geben und Verhaltensweisen wider der Umwelt- und Natur kritisch zu überdenken und zu korrigieren.

 

Reiner Ziegler, Vorsitzender

 

Sehr bedenklich!

 

-      Deutliche Verringerung der Insektenmasse! Viele die bereits über einige Jahre Autofahren wissen um die deutlich geringere Verschmutzung von Motorhaube und Windschutzscheibe durch Insekten.

 

-      Viele schlecht besuchte Vogelfutterstellen im Winter 2016/2017, hierzu auch Meldungen aus Österreich und Polen.

 

-      Die Trockenheit aus dem Jahr 2016 liegt aktuell noch vor. Z.B. führt die „Wurmich“ seit ca. 11 Monaten kein Wasser, womit es in diesem Frühjahr erstmals zu einem Totalausfall bei der Nachkommenschaft von Feuersalamander + Co. kam. Anderen Orts kam es bei uns zu geschätzten 70% an Laichmasseausfällen. Ein Merneser-Hofbrunnen hat einen historischen Wasserniedrigstand. In Hessen wurden im Januar 2017 nur 48% der jährlichen Durchschnittsniederschlagsmenge erreicht, womit Hessen das niederschlagärmste Bundesland war. Niederschlag im Februar, März und April….! Weltweit nimmt die Verwüstung jährlich um ca. 130000qkm zu!

 

 

Weniger Insekten gleich weniger Schädlinge und Plagegeister? Nein, diese Formel ist zu einfach! Die sogenannten Plagegeister machen lediglich einen Bruchteil der ca. 1 Million an bekannten Insektenarten aus. Der Rückgang der Insektenmasse, die Einwanderung und Ausbreitung nicht heimischer Arten und das Verschwinden heimischer Arten sollten nicht nur Naturschützern zu denken geben, denn dies hat für Jeden negative Folgen. Insekten in und außerhalb des Wassers (tierisches Wasser- und Luftplankton) sind ein sehr wichtiger Nahrungskettenbestandteil. Gewisse Blüten können nicht von Honigbienen bestäubt werden und sind existenziell von Bestäubungsspezialisten abhängig! Viele Pflanzen werden über Hummeln, Faltern, Käfern, solitäre Wespen und Bienen bestäubt. In anderen Regionen dieser Erde sind dies unter anderem auch Vögel und Fledermäuse, deren Bestäubungstätigkeiten auf verschiedene Art und Weise uns ebenfalls zugutekommen.

 

Hauptverantwortlich für das Insektensterben, Gewässer-, Luft- und Bodenverschmutzung, sowie dem  Klimawandel und all den daraus resultierenden Negativfolgen sind wir in den Industrienationen. Folglich können wir durch ein bewussteres und rücksichtvolleres Verhalten dem Insektenschwund entgegenwirken, in dem wir z.B. Beleuchtungen reduzieren oder zumindest insektenfreundliche Beleuchtungen verwenden, Rasenflächen verkleinern oder abwechselnd in Teilbereichen und zeitlich größeren Abständen mähen, weniger oder nicht Vertikutieren, Fräsen, Mulchen, Autofahren u.v.m.. Ebenso sind Verbesserungen durch das Ersetzen exotischer Pflanzen (z.B. Thuja, Kirschlorbeer, Zaubernuss u.v.a.) gegen heimische Pflanzen (z.B. Eibe, gewöhnlicher Liguster, europäische Stechpalme, Felsenbirne u.v.a.)  möglich. Der Verzicht auf Spritzmittel und andere Gifte würden erheblich zur Entspannung gegen den Insektenschwund beitragen.

 

Und, o Wunder, die Rücksichtnahme auf die Natur erspart oft Arbeit und Geld!

 

 

Reiner Ziegler, NABU-Ortsgruppe Mernes 1927 / Jossatal

 

Machen Sie uns stark

Online spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature"

Besucherzaehler