Biotopförderung

Magerwiesen bei Mernes in NABU-Besitz

 

Biotop-Typ und Besitzverhältnisse:

Sonnen exponiert, trocken - nährstoffarmer Silikatboden in Hanglage.

Insgesamt 2,2 ha, die sich bisher je zur Hälfte im Privatbesitz zweier Familien befand und je zur Hälfte von der NABU-Gruppe Mernes und vom NABU-Kreisverband käuflich erworben wurden. Seit Spätherbst 2015 ist der alleinige  Besitzer der NABU-Kreisverband Main-Kinzig.

 

Beschreibung der Fläche und bisherige Nutzung:

Von der Gesamtfläche ist der untere Grundstücksteil von ca. 1,6 ha Wiese und in oberen Teil ca. 0,6 ha Hecke und Wald mit überwiegend Fichten- und Douglasien-Anpflanzung, Der untere Wiesenanteil mit 1,1 ha wurde bis einschließlich 2015 mit Gülle gedüngt, gemäht und als Viehweide genutzt. Der mit einer Böschung, einer Reihe Obstbäumen und einem Zaun abgegrenzte obere Wiesenteil wurde seit vielen Jahren nicht gedüngt und unterlag in diesen Jahren einer Schafhutung. 

 

Warum Grundstückserwerb Magerrasenwiese:

Der Biotoptyp Magerrasen ist selten geworden und bedroht, nicht nur durch den über Jahrzehnte angestiegenen Stickstoffeintrag über Niederschläge. Hinzu kommen Intensivierungen in der Landbewirtschaftung und damit einhergehenden Düngungen, Aufforstung oder Verbuschung aufgrund mangelnder Pflege, oder Nutzungsaufgabe. Zudem gehen jährlich u.a. Magerwiesenflächen durch Straßenbau und andere Baumaßnahmen verloren. Flächen die aufgrund ihres kargen Bewuchses in früheren Zeiten meist nur einmal gemäht oder lediglich zur Schaf- und Ziegenweide genutzt wurden, hat man im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren für intensivere Nutzungsformen aufgearbeitet. Knicks und Böschungen wurden beseitigt, wodurch diese wertvollen Naturnischen in maschinenfreundliches Land umgestaltet wurden. Dies führt zu einer zunehmenden Gefährdung von Pflanzen- und Tierarten, die einen derartigen Lebensraum existenziell benötigen. Neben anderen Einflüssen (Spritzmittel, Insektenfalle Lichtverschmutzung und Verkehr…..) auf die Insektenwelt ist das Zurückdrängen derartiger Flächen mit ein Grund für den drastischen Insektenrückgang der letzten Jahre, der sich zuvor bereits u.a. durch Rückgänge in der Vogelwelt abzeichnete. 

 

Was ist zu tuen:

Mit einem spezifischen Pflegekonzept wollen wir für die speziellen Bewohner diesen bedrohten und seltenen Lebensraum Magerwiese erhalten und aufwerten, wozu folgenden Maßnahmen eingeleitet, durchzuführen und zu finanzieren sind:

 

-          Verzicht auf jegliche Düngung

-          Untere Hälfte einmal im Jahr Heumahd und im Anschluss Rinderhutung

-          Obere Hälfte einmal Heumahd zeitlich versetzt zur unteren Hälfte, um einen Teil der Insekten zu schonen und die verschiedenen Stadien der Samenbildung zu berücksichtigen

-          Obstbaumpflege

-          Ergänzende Obstbaumbepflanzungen

-          Erhöhen der Pflanzenvielfalt durch Einsäen von Kräutern um Schmetterlinge, solitäre Wespen und Bienen, sowie Käfer zu fördern

-          Baumfällarbeiten, vorrangig die nicht heimische Douglasie beseitigen und Förderung von heimischen Baumarten, sowie Specht- und Horstbäume

-          Beseitigung von unerwünschtem Bewuchs (Ginster, Baumsämlinge…)

-          Pflege der angrenzenden Hecke im Sinne des Naturschutzes (hohle Bäume und Heckendichte fördern)

-          Nischen für wärmeliebende Reptilien gestalten (teils Bewuchs beseitigen, teils fördern, Stein- und Holzhaufen anlegen)

-    Sollte aus unvorhersehbaren Gründen eine Nutzungsänderung erforderlich sein, so wird man hierauf entsprechend eingehen

 

Zukunft:

Ausschau nach weiteren, geeigneten Flächenkäufen, um über einen längeren Zeitraum mehr blühende und samentragende Flächen zu erhalten.

 

Reiner Ziegler

(Vorsitzender der NABU-Gruppe Mernes 1927 / Jossatal)

 

Schneeglöckchen, Krokuse und viele Andere vermehren sich durch spätes Mähen im Juni / Juli, wodurch es zur Samenreife und somit zur Aussaat kommt.

 

NABU-Mernes gibt Spende zum Erwerb von 2000 ha des ehemaligem Braunkohle - Abbaugebietes "Grünhaus" in der Lausitz.

Große Ruderalflächen werden der Sukzession überlassen und in ihrer Entwicklung wissenschaftlich begleitet und dokumentiert.  

 

NABU-Mernes gibt Spende zum Erwerb
"Naturschutzgebiet Salziger See" im Südharz.
Ca. 400 ha für Wasservögel und viele andere Spezies.

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