Nistkästen


Momente vom 3. Juli 2020

22:53 Uhr:

Überrascht, beeindruckt und faszinierend war ich im Zwielicht, zwischen Straßenbeleuchtung und Dunkelheit sechs Glühwürmchen umherfliegen zu sehen. Aber keine Fledermaus, auch nicht an den in der Nähe stehenden Straßenlampen. Ja, warum auch Fledermäuse, wenn keine Nachtfalter vom Licht angezogen um die Lichtquelle umhertaumeln! Wo sind sie die vielen, vom Licht angezogenen, Insekten?

 

Ach, da fällt mir noch ein, dass ich heute einen Vogelstimmenkenner fragte, hast Du dieses Jahr schon einmal den Girlitz gehört? Nach kurzem Überlegen kam ein NEIN, jetzt wo du danach fragst, fällt mir das auf! Auch hier war immer einer zu hören und zu sehen. Die ganzen Jahre saß einer dort oben auf dem Blitzableiter des Feuerwehrhauses und auf der Lichtleitung an vielen anderen Stellen im Ort.

 

Mit Insekten ist es wie mit Vogelarten und anderen Tieren. Manchmal fällt es einem erst Jahre später auf, dass eine Art die immer da war auf einmal nicht mehr zu hören oder zu sehen ist. Die Gründe sind meist vielfältig und nicht alle nachvollziehbar, jedoch gibt dies einem immer zu denken. Denkt man über die Verschwundenen nach, so fallen einem diese nach und nach ein, aber nicht alle. Wer denkt z.B. umgehend an Baumfalke, Grauschnäpper, Bekassine, Rebhuhn, Auerhuhn, Äsche, Elritze, Gründling. Was ist mit den Insekten (z.B. Blutströpfchen, Laufkäfer, Steinfliegen) und anderem Getier. Ganz zu schweigen von dem bedrohten Leben im Boden, dass wir nicht im Focus haben und mindestens ebenso zu beachten wäre. 

 

Vor Ort Beobachtungen, die nur ein sehr, sehr kleines Fenster hinsichtlich des weltweiten Artenschwundes beinhalten, sind Grund genug sich Gedanken über ein immer weiter so zu machen? Verhaltenskorrekturen im Kleinen sind ein erster Schritt zu positiven Tendenzveränderungen. I.d.R. ist es kein Wohlstandsverlust und Niemandem tut es weh, es hängt allzu oft an einer gewissen Rücksichtnahme und an einer Abwendung von alten Gepflogen- und Gewohnheiten. 

 

Reiner Ziegler